Sommerkurs 2017

-ein Bericht von Anna Müllner

Ein kurzes Hallo an die Rot-Schwarzen Kollegen, Anmeldung, Unterkunftszuweisung,  Gruppeneinteilung und eine Rede des interimistischen Landesleiter über Kameradschaft, der freiwilligen Risikobereitschaft und was es heißt, ein Bergretter zu sein. So begann der Sommerkurs 2017 im Gasthof Postl an der Hohen Wand vom 15. – 18. Juni 2017.

Verschiedenste Charaktere warteten auf die ihnen zugeteilten Lehrwarte, teilweise wissend was kommend und teilweise unsicher wie die nächsten Tage verlaufen werden.  Jedoch tritt man diesen Kurs mit dem Wissen an, dass alle ein gemeinsames Hobby, eine Leidenschaft und ein Ziel haben – fertig ausgebildeter Bergretter zu werden und diese Tage erfolgreich und unfallfrei zu absolvieren.

Zuerst fanden die Gruppen zusammen, das Material wurde ausgegeben und anschließend IMG_1515fuhr jedes Team an den Übungsort. Wir starteten direkt mit einem Abstieg mit der Gebirgstrage zu einem etwas stilleren Ort am Ende des Hanselsteigs. Nach einer Vorstellungsrunde und Definieren der Ziele und Erwartungen jedes Einzelnen starten wir sofort mit dem Abseilen der gesamten Mannschaft. So schnell und zielorientiert wie dieser Kurs begonnen hat, ging es auch die restlichen Tage weiter. Abseilen, Bergung eines Verletzten im unwegsamen Gelände, sicheres Transportieren der Gebirgstrage über schwierige Abstiege und Aufstiege, Kennenlernen eines Einsatzhubschraubers des ÖAMTC, Klettern am Seilgelände, Kaperbergungen und vieles mehr. Manchmal war es eine gemütliche Runde zum Nachbesprechen der soeben angewendeten Techniken, ein anderes Mal ein mühsames Aufsteigen der gesamten Mannschaft mit der Last der Materialien und der Gebirgstrage über eine steile Rinne. Der letzte Test, bei dem wir alles Gelernte anwenden mussten, war ein nachgeahmter Einsatz mit Suche, Bergung eines Verletzten aus einer Felswand und Abtransport in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Abgesehen von den beeindruckenden Felswänden der Hohen Wand war es für mich eine der interessantesten Erfahrung bei diesem Kurs, da uns alles abverlangt wurde und dem Ernstfall eines richtigen Einsatzes sehr nahe war.

Jeden einzelnen Tag wurde die IMG_1516Kameradschaft, das Wissen der Techniken, unsere

Ausdauer und Kraft aufs Neue auf den Prüfstand gestellt und am Ende der Woche waren wir ein gutes Team. Jeder kannte die Stärken und Schwächen des Anderen und wusste, wo er selbst am besten einsatzfähig war und wo er vielleicht jemand anderen den Vortritt lässt. Genau dieses Kennenlernen einer funktionierenden Kameradschaft war für mich das Highlight dieses Kurses. Keiner kann eine Gebirgstrage alleine tragen, keiner kann einen Verletzten alleine bergen, keiner kann den Verunfallten alleine transportieren, aber als Bergrettung können wir mit unseren Kameraden Berge versetzen.

Diese Erkenntnis zeigt mir, dass ich genau am richtigen Weg bin – nämlich Bergretter zu werden.

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